ARCHIV

VERANSTALTUNGEN 2018

IDEENWERSTATT STADTUMBAU JETZT!

Eine mutige, zukunftsweisende Stadterneuerung der Hamburger Innenstadt ist notwendig – und möglich. Sie braucht dafür neue Formen der zivilgesellschaftlichen Einmischung und Beteiligung. Diese Erkenntnis war der roten Faden der Ideenwerkstatt „Stadtumbau jetzt!“. Mehr als 400 Menschen sind der Einladung der Initiative „Altstadt für Alle!“ zu einem ergebnisreichen und motivierenden Veranstaltungstriathlon am 18. (Diskussionsveranstaltung), 19. (Workshops) und 21. Oktober (Gesprächskonzert) 2018 gefolgt. Die Ideenwerkstatt wurde finanziell von der Bezirksversammlung Mitte unterstützt. Eine ausführliche Ergebniszusammenstellung kann unter Service/Dokumente heruntergeladen werden.

Im Herzen Hamburgs zwischen Binnenalster und Speicherstadt, Kunsthalle und Oberhafenquartier sind wir mit einer Vielzahl von Projekten aktiv. Sie können Hamburgs City in den kommenden Jahren nachhaltig beleben und erneuern.

Das Katharinenquartier: Das Parkhaus Katharinenquartier soll nach dem Willen des Hamburger Senats ein Wohnkomplex werden. Wir setzen uns für ein bunt gemischtes soziales Pilotprojekt mit günstigen Wohnungen, Gemeinschaftsräumen und Gewerbe an diesem Standort ein. Gleichzeitig soll der öffentliche Raum des Quartiers neu gestaltet und belebt werden.

Der Kulturboulevard: Diese Projektidee hat sich inzwischen mit Unterstützung der Kultur-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen zwischen Oberhafen und Kunsthalle zu einer "realen Vision" Damit dieser Abschnitt des „ersten grünen Rings“ sein einzigartiges Potenzial wieder entfalten kann, muss der Hauptbahnhof funktionstüchtig gemacht und in die Stadt integriert werden. Einen innovativen stadträumlichen Lösungsansatz bietet der „Grüne Teppich" als Vision possible vom Büro REICHWALDTSCHULTZ.

Das Potenzial kirchlicher Orte: Die Räume der großen Kirchen könnten zu Stadthallen werden, in denen Kultur, demokratischer Diskurs und Alltagsthemen mehr Platz finden, als die gegenwärtige Begrenzung auf Hochkultur und religiöse Praxis. Das Umfeld der Kirchen wird heute stadträumlich zu wenig genutzt – hier könnten die Kirchen sich aktiv einbringen. Das Projekt „Kirche ist Stadtraum für Alle!“ will diese Ansätze insbesondere auch mit der Berücksichtigung diakonischer Orte voranbringen und weiterentwickeln.

Das Rathausquartier: Der geplante Business Improvement District (BID) könnte innovativ und sozial zum Community Improvement District (CID) weiter entwickelt und durch eine breitere zivilgesellschaftliche Beteiligung inhaltlich ergänzt werden. Wir schlagen für ausgewählte Straßen im Rathausquartier das Projekt temporär autofrei vor. Die zuständigen Behörden der Stadt prüfen gegenwärtig, ob es bereits im Sommer 2019 für drei Monate an den Start gehen kann.

Szenarien für Hamburgs Altstadtkern: Rund um den Alten Stadthafen zwischen Zollen- und Trostbrücke schlug einst das Herz des Hamburger Stadtlebens. Dieses stadträumliche Potenzial zu entwickeln, sichtbar zu machen und zu beleben – dafür gibt es eine Fülle von Ideen und Projekten: Schwimmende Gärten mit begrünten Schuten, Wege am Wasser, eine Klimaskulptur, „kulturelle Interventionen“ und vieles andere mehr. Vor allem aber sollen die alten Kultur- und Kraftorte wieder sichtbar gemacht werden: Z.B. der Alte Stadthafen selbst, auch in Zusammenarbeit mit dem künftigen Nationalen Hafenmuseum. Im Architektursommer 2019 (Juni/August) finden hierzu Führungen und Aktionen statt. Ausgansgpunkt ist der Hopfenmarkt.

BESETZUNG DER WILLY-BRANDT-STRASSE AM 15.SEPTEMBER 21h30
Im Rahmen der Nacht der Kirchen am 15. September fandt eine spektakuläre Aktion auf der Stadtautobahn B4 im Herzen Hamburgs statt: Mit einer fröhlichen (und angemeldeten) Demonstration wurde die Willy-Brandt-Straße besetzt. Ausgangspunkt war ein Fest auf der Zollenbrücke am alten Stadthafen.

 

VERANSTALTUNGEN 2017

 

IDEENWERKSTATT OKTOBER 2017
„Mut zu Stadt“ - unter diesem Motto trafen sich auf Einladung der Initiative „Altstadt für Alle!“ am 6. und 7. Oktober 2017 mehr als 300 Menschen der Hamburger Zivilgesellschaft zu einer zweitägigen Ideenwerkstatt, um gemeinsam neue Ideen für Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Begegnung in Hamburgs Innenstadt zu entwickeln und zu diskutieren.

Hamburger Entdeckungsreise
Beim Stadtrundgang (6.10., 15–17 Uhr) mit der dänischen Stadtforscherin Birgitte Svarre ging es um Potenziale für neue Ansätze einer Stadtentwicklung nach der Methode des Teams von gehl architects. Sich an den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren, mit oft kleinen Maßnahmen den öffentlichen Raum zum Verweilen zu schaffen, aber auch für Fußgänger und Radfahrer attraktiver machen – das ist das Erfolgsgeheimnis dieser Methode.

Erkenntnissen sollen Taten folgen
Bei der Diskussionsveranstaltung „Mehr Mut für die Entwicklung von Hamburgs Innenstadt“ (6.10., 19-21 Uhr) mit Birgitte Svarre, der Architektin und Stadtplanerin Ingrid Spengler, der Verkehrswissenschaftlerin Dr. Gesa Matthes, dem Stadtökonomen Prof. Dieter Läpple sowie dem Stadtsoziologen Prof. Marcus Menzl stand die Frage im Mittelpunkt, ob und wie sich die Lücke zwischen „Erkenntnis und Handeln“ (Läpple) auch in Hamburg besser schließen lässt.

Übereinstimmend wurden die großen Potenziale Hamburgs für mehr soziale Vielfalt und Lebensqualität hervorgehoben. Birgitte Svarre zeigte an einer Vielzahl internationaler Beispiele, wie das gelingen kann – auch mit temporären Experimenten, mit denen sich neue Ansätze testen lassen. Übereinstimmung auch beim Thema Wohnen: Einer aktiven und sozial gemischten Wohnbevölkerung kommt eine Schlüsselrolle für die Belebung zu. In der weitgehend entvölkerten Hamburger Altstadt sollte deshalb eine Quartiersentwicklung mit innovativen Projekten angestoßen werden. Ein weiter Konsens der Veranstaltung: Ein breiter zivilgesellschaftlicher Dialog kann einen wichtigen Beitrag zur Zielerreichung leisten.

Neue Ideen für Hamburgs Innenstadt
In vier Workshops diskutierten am 7. Oktober rund einhundert Interessierte innovative Projektideen für die Hamburger Innenstadt. Anwohner, Grundeigentümer, Geschäftsleute, Stadtteil-, Verkehrs- und Umweltinitiativen, Stiftungen, Kammern, Projektentwickler, Stadtplaner, Architekten, Kirchenvertreter, Wissenschaftler oder Stadterneuerer mit sozialem Anspruch beteiligten sich an der Projektentwicklung. Bei diesen Ideen handelt es sich um

  • die Entwicklung eines „Kulturboulevards“ vom Oberhafenquartier über die Deichtorhallen bis zur Kunsthalle (perspektivisch entlang der Wallanlagen bis zum Stintfang),
  • den Einstieg in eine nachhaltige Belebung des Altstadtkerns zwischen Rathausmarkt und St. Katharinen entlang des Stadtraums am „Katharinenweg“, u.a. mit temporären Aktionen am Hopfenmarkt und auf dem Nikolaifleet, sowie perspektivisch mit Wegen auf den Fleeten,
  • die Entwicklung der Potenziale des Rathausmarktes angesichts seiner aktuellen Umgestaltung für die Entwicklung zu einem vielfältig genutzten Platz für alle Hamburgerinnen und Hamburger,
  • Innovative Wohnprojekte für die Altstadt sowie
  • eine schrittweise Verkehrsreduzierung auf der Ost-West-Achse der B4 zwischen Deichtorplatz und Millerntor u.a. durch Stärkung der Nord-Süd-Querungen und Verkehrsverlagerungen mit dem langfristigen Ziel der Schaffung eines „Ost-West-Boulevards“.