Erfolgreicher Auftakt im Oktober 2017

 

Mut zu Stadt

„Mut zu Stadt“ - unter diesem Motto trafen sich auf Einladung der Initiative „Altstadt für Alle!“ am 6. und 7. Oktober 2017 mehr als 300 Menschen der Hamburger Zivilgesellschaft zu einer zweitägigen Ideenwerkstatt, um gemeinsam neue Ideen für Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Begegnung in Hamburgs Innenstadt zu entwickeln und zu diskutieren.

Hamburger Entdeckungsreise
Beim Stadtrundgang (6.10., 15–17 Uhr) mit der dänischen Stadtforscherin Birgitte Svarre ging es um Potenziale für neue Ansätze einer Stadtentwicklung nach der Methode des Teams von gehl architects. Sich an den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren, mit oft kleinen Maßnahmen den öffentlichen Raum zum Verweilen zu schaffen, aber auch für Fußgänger und Radfahrer attraktiver machen – das ist das Erfolgsgeheimnis dieser Methode.

Erkenntnissen sollen Taten folgen
Bei der Diskussionsveranstaltung „Mehr Mut für die Entwicklung von Hamburgs Innenstadt“ (6.10., 19-21 Uhr) mit Birgitte Svarre, der Architektin und Stadtplanerin Ingrid Spengler, der Verkehrswissenschaftlerin Dr. Gesa Matthes, dem Stadtökonomen Prof. Dieter Läpple sowie dem Stadtsoziologen Prof. Marcus Menzl stand die Frage im Mittelpunkt, ob und wie sich die Lücke zwischen „Erkenntnis und Handeln“ (Läpple) auch in Hamburg besser schließen lässt.

Übereinstimmend wurden die großen Potenziale Hamburgs für mehr soziale Vielfalt und Lebensqualität hervorgehoben. Birgitte Svarre zeigte an einer Vielzahl internationaler Beispiele, wie das gelingen kann – auch mit temporären Experimenten, mit denen sich neue Ansätze testen lassen. Übereinstimmung auch beim Thema Wohnen: Einer aktiven und sozial gemischten Wohnbevölkerung kommt eine Schlüsselrolle für die Belebung zu. In der weitgehend entvölkerten Hamburger Altstadt sollte deshalb eine Quartiersentwicklung mit innovativen Projekten angestoßen werden. Ein weiter Konsens der Veranstaltung: Ein breiter zivilgesellschaftlicher Dialog kann einen wichtigen Beitrag zur Zielerreichung leisten.

Neue Ideen für Hamburgs Innenstadt
In vier Workshops diskutierten am 7. Oktober rund einhundert Interessierte innovative Projektideen für die Hamburger Innenstadt. Anwohner, Grundeigentümer, Geschäftsleute, Stadtteil-, Verkehrs- und Umweltinitiativen, Stiftungen, Kammern, Projektentwickler, Stadtplaner, Architekten, Kirchenvertreter, Wissenschaftler oder Stadterneuerer mit sozialem Anspruch beteiligten sich an der Projektentwicklung. Bei diesen Ideen handelt es sich um

  • die Entwicklung eines „Kulturboulevards“ vom Oberhafenquartier über die Deichtorhallen bis zur Kunsthalle (perspektivisch entlang der Wallanlagen bis zum Stintfang),
  • den Einstieg in eine nachhaltige Belebung des Altstadtkerns zwischen Rathausmarkt und St. Katharinen entlang des Stadtraums am „Katharinenweg“, u.a. mit temporären Aktionen am Hopfenmarkt und auf dem Nikolaifleet, sowie perspektivisch mit Wegen auf den Fleeten,
  • die Entwicklung der Potenziale des Rathausmarktes angesichts seiner aktuellen Umgestaltung für die Entwicklung zu einem vielfältig genutzten Platz für alle Hamburgerinnen und Hamburger,
  • Innovative Wohnprojekte für die Altstadt sowie
  • eine schrittweise Verkehrsreduzierung auf der Ost-West-Achse der B4 zwischen Deichtorplatz und Millerntor u.a. durch Stärkung der Nord-Süd-Querungen und Verkehrsverlagerungen mit dem langfristigen Ziel der Schaffung eines „Ost-West-Boulevards“.